Todd Gray

Todd Gray begleitete Michael als Fotograph. Von ihm stammt das Buch " Michael Jackson before he was King - Fotographien 1974-1983"

 

 

 

Wenn Michael nur von seiner Familie und seinen Freunden umgeben war, war er sehr lustig, dann war er wie ein Clown der die Leute gerne reinlegt. Hin und wieder rief er mich an, verstellte seine Stimme, nannte irgendeinen Namen und beschwatzte mich, etwas Albernes zu tun.
Er konnte eine Vielzahl von Stimmen nachahmen und spielte mir eine Menge Streiche. Einmal machte ich Fotos von ihm, während er im Bett lag, weil er sich zu einer Sitzung verspätete, die ich vorbereitet hatte, und nicht aufstehen wollte. Er sagte sowas wie: "Todd, dafür krieg ich dich noch!" Und das tat er. Ich hatte das alles bereits vergessen, aber eines Abends bei einem Auftritt forderte er mich auf, von einer ganz bestimmten Stelle aus Fotos von ihm zu machen, während er begann, diesen Song zu singen. Ich tat, was mir gesagt wurde. Kurz bevor ich gehen will, um meine Position einzunehmen, läßt Michael sich auf den Rücken fallen und fängt an zu rufen, "Hilf mir, hilf mir! Ich brauche irgendeine Frau, die mich berührt!" und absolut jede Frau dort wurde mir ohnmächtig. Ich stand zwischen ihnen und Michael, und ich bekam nicht einen einzigen Schuß, und er sah mich mit diesem Gesichtsausdruck an, der sagte: “Ich hab dich“. Später sagte ich: "Du denkst, du bist so süß" und er sagt: "Was meinst du, Todd?" Und ich sag so was wie: "Mike, das hat wehgetan, diese Leute haben mich zerquetscht", aber alles, was er sagte, war: "Todd, manchmal geht einfach das Temperament mit mir durch, und das Temperament ging gerade mit mir durch". Da wußte ich, das war seine Revanche und das war das letzte Mal, daß ich bei ihm aus der Reihe tanzte (Todd lacht).

eine Textpassage aus dem Buch "MJ-before he was king" mag ich besonders:

 

Michael war eine sehr außergewöhnliche Person. Aber ich konnte ihn nie, ihn komplett erfassen, obwohl ich das eine zeitlang  glaubte, also dass ich ihn erfasst hätte. Schaue ich zurück erkenne ich, dass da immer etwas schwer fassbares an ihm war, etwas unerreichbares. Heute verstehe ich, dass er ein kindlicher Mann war, der fühlte, dass es das Geheimnis seiner Kreativität war, seine jugendliche, liebevolle Arglosigkeit zu bewahren. Ich schätze mich glücklich, so viel mit ihm geteilt zu haben und während der Zeit, als ich mit Michael und seiner Familie arbeitete, wurde ich immer mit Wärme und Herzlichkeit behandelt.

Ich bin dankbar, dass ich durch Michael mit einer Arbeitsmoral in Berührung kam, die ich bis heute beibehalten habe. Immer wenn ich müde bin oder keine Lust habe, mein bestes zu geben, frage ich mich: "Würde MJ Kompromisse eingehen? Würde Michael eine  Arbeit abliefern mit der er selber nicht zufrieden war?" Natürlich nicht! Ich erinnere mich selber daran und bringe dann den Willen auf, mich zur Höchstleistung anzutreiben.

Meine Fotos von Michael zeigen ihn als den bezaubernden, charmanten, jugendlichen Menschen, der er war, bevor die unersättlichen Anforderungen seiner außerordentlichen Berühmtheit so schwer auf ihm lasteten.

 

 

Michael zeigte mir sein neulich fertiggestelltes Privattheater, komplett mit Plüschsitzen aus rotem Samt.
Ich dachte, sein blauer Pullover würde das Tiefrot gut ergänzen und bat ihn, Platz zu nehmen und so zu tun,
als ob er einen Film sehe. ''Welchen Film?'' fragte er. Ich sagte: ''Das spielt keine Rolle. Jeder Film tut's''
Doch Michael bestand darauf: ''Todd, du musst mir schon sagen welchen Film ich schaue,
wenn du eine Reaktion von mir erwartest.''
''Ok, wie wäre es mit einer Charlie Chaplin Komödie?'' schlug ich vor. ''Welche?'' fragte Michael.
''Es gibt so viele, weißt du.'' Ich hatte eine Aussetzer, zum Glück rief mein Assisten ''Modern Times.''
Michael antwortete; ''Ok, welcher Teil?'' Verärgert sagte ich: ''Michael, es ist eine Komödie, lach einfach!''
Es war schon spät und wir alle waren müde und leicht gereizt, aber Michael hatte seinen Spaß damit.
''Nun'', begann er, ''wenn du mich zum lachen bringen willst, musst du mir einen Witz erzählen.
Aber du sagtest, ich soll so tun, als würde ich einen Film schauen. Was möchtest du denn jetzt?''
Schließlich gab ich auf und machte ein lächerliches Clownsgesicht, das ihn zum lachen brachte.

Quelle: ???