Oprah Interview - 1993

Oprah: Meine Damen und Herren, … Michael Jackson.
[Michael Jackson tritt ins Wohnzimmer seines Hauses ein. Sie schütteln sich die Hände, und Michael küsst Oprah auf die Wange.]

Oprah: Wie nervös bist du?

Michael: Wie … was?

Oprah: Wie nervös du gerade bist?

Michael: Eigentlich bin ich überhaupt nicht nervös.

Oprah: Ehrlich nicht?

Michael: Nein, ich werde nie nervös.

Oprah: Auch nicht, weil das dein erstes Interview ist, und dann ist es auch noch live auf der ganzen Welt? Ich dachte, du wärst ein wenig nervös, aber dass du das nicht bist, ist toll, weil wenn du nicht nervös bist, dann werde ich es auch nicht sein. Ich wollte die Welt wissen lassen, als wir uns geeinigt haben, dieses Interview zu machen, hast du gesagt, du wärst bereit, mit mir über alles zu sprechen.

Michael: Das stimmt.

Oprah: Sehr wahr. Ich habe dich gerade im Hintergrund beobachtet, als du das Video von dir in jungen Jahren betrachtet hast. Hat das Erinnerungen lebendig gemacht?

Michael: Ich musste kichern, weil ich dieses Material eine lange Zeit nicht mehr gesehen habe. Bringt es Erinnerungen zurück? Ja, ich und meine Brüder, die ich wirklich liebe — das ist einfach ein wunderbarer Moment für mich.

Oprah: Ich habe dich lachen sehen, als du dich selbst ‘Baby, Baby, Baby’ singen gehört hast.

Michael: Ja! Ich finde, James Brown ist ein Genie. Als er bei den ‘Famous Flames’ war, unglaublich. Ich habe ihn damals immer im Fernsehen gesehen, und ich wurde so wütend auf den Kameramann, weil, immer wenn er anfing zu tanzen, haben sie seine Großaufnahme gezeigt, sodass ich seine Füße nicht sehen konnte. Ich rief „zeigt ihn, zeigt ihn!!“, damit ich zusehen und lernen konnte.

Oprah: Also war er ein großer Mentor für dich?

Michael: Phänomenal, phänomenal.

Oprah: Und wer noch?

Michael: Jackie Wilson, den ich als Entertainer bewundere, und … natürlich die Musik, Motown. Die Bee Gees, die brillant sind — ich liebe einfach großartige Musik.

Oprah: Wenn ich mir diese Aufnahmen von dir ansehe, — und, weiß Gott, als ich dies hier zusammenstellen musste, habe ich wohl jedes einzelne Videostückchen gesehen, das jemals von dir gedreht wurde — also; als ich diese Bänder ansah, besonders in jungen Jahren, du scheinst richtig zum Leben aufzuerstehen, wenn du die Bühne betrittst. Warst du hinter der Bühne so, wie du auf der Bühne wirktest?

Michael: Nun, auf der Bühne war mein Zuhause. Ich fühlte mich am wohlsten auf der Bühne, aber wenn ich die Bühne verließ, war ich sehr traurig.

Oprah: Wirklich?

Michael: Ja.

Oprah: Und traurig von Anfang an, traurig von dem Zeitpunkt, als alles angefangen hat?

Michael: Allein, traurig. Ich musste mit der Popularität zurechtkommen und all so was. Es gab großartige Zeiten, als ich mit meinen Brüdern beisammen war, Kissenschlachten und so was, aber ich habe … habe immer geweint vor Einsamkeit.

Oprah: In welchem Alter hat das angefangen?

Michael: Oh, schon früh, mit acht, neun Jahren …

Oprah: Als ihr alle zum ersten Mal berühmt wurdet?

Michael: Ja.

Oprah: Also war es nicht das, was es für den Rest der Welt zu sein schien, für uns alle … Ich erinnere mich, als ich ein kleines, schwarzes Mädchen war, da wollte ich Jackie Jackson heiraten, deinen Bruder. Also, ich meine, wir alle glaubten, es sei die wunderbarste Sache der Welt — wer hätte dieses Leben nicht gewollt?

Michael: Es war auch wunderbar. Es gibt viel Wundervolles, wenn man berühmt ist. Du reist in der Welt herum, du triffst Menschen, du siehst alles, das ist toll. Aber dann gibt es noch die andere Seite, die ich aber nicht beklagen will. Es gibt einfach jede Menge Proben, und du musst sehr viel von deiner Zeit opfern, dich selbst zu einem Großteil aufgeben.

Oprah: Fühlst du dich … Ich sprach kürzlich mit Suzanne de Passe, und sie hat ja eine lange Zeit für euch gearbeitet bei Motown, hat euch vorbereitet und die Outfits für die Ed Sullivan-Show entworfen. Wir haben uns über deine Kindheit unterhalten, darüber ob sie wirklich verloren ging. War das so?

Michael: Nun, besonders jetzt beginne ich zu erkennen … Ich habe meine Schulstunden absolviert, was immer drei Stunden mit dem Privatlehrer bedeutete, und direkt danach ging ich ins Aufnahmestudio und nahm auf, Stunden über Stunden, bis es an der Zeit war, schlafen zu gehen. Ich erinnere mich, dass es auf dem Weg zum Studio einen Park auf der anderen Straßenseite gab, und ich habe die ganzen Kinder spielen sehen, und ich habe geweint, weil es mich traurig machte, dass ich stattdessen arbeiten musste.

Oprah: Ich will dir hier mal ein paar Bilder als kleiner Junge vorführen …

Michael: OK.

[Einspieler aus Michaels Kindheit, kommentiert von Suzanne de Passe]

Oprah: Suzanne sagte, es war ein hoher Preis. Ich möchte wissen, wie hoch der Preis war, deine Kindheit zu verlieren und dieses Leben zu haben.

Michael: Nun, du kannst gewisse Dinge nicht tun, die andere Kinder tun; Freunde haben, Schlummer-Feten und Kumpels. Nichts davon gab es für mich. Ich hatte keine Freunde, als ich klein war. Meine Brüder waren meine Freunde.

Oprah: Gab es je einen Ort wo — weil ich mich erinnere, wie ich mit mir selbst gesprochen und mit meinen Puppen gespielt habe, und ich denke, jedes Kind braucht einen Ort, wohin es entfliehen kann, eine Kinder-Welt, mit kindlichen Phantasien — gab es je eine Zeit für dich, in der du das tun konntest?

Michael: Nein. Und das ist der Grund, dass ich denke, jetzt kompensiere ich das. Weil ich es damals nicht hatte. Die Leute wundern sich immer, warum ich Kinder um mich herum habe, denn ich finde die Dinge, die ich nie hatte, durch sie. Also Disneyland, Vergnügungsparks, Videospiele. Ich liebe all dieses Zeug, denn als ich klein war, gab es immer nur Arbeit, Arbeit, Arbeit; von einem Konzert zum nächsten. Wenn es kein Konzert war, war es das Aufnahmestudio, oder Photo-Sessions. Es gab immer etwas zu tun.

Oprah: Fühltest du — Smokey Robinson sagte das über dich und auch viele andere Menschen — dass du wie eine alte Seele in einem kleinen Leib warst?

Michael: Ich erinnere mich, das ständig gehört zu haben, als ich klein war. Sie nannten mich gewöhnlich einen 45-jährigen Zwerg, wo immer ich hinkam. Ich hörte das immer, und die Leute fragen, als du klein warst und zu singen anfingst, wusstest du, dass du so gut warst? Und ich antworte, dass ich nie darüber nachgedacht habe, ich hab’s einfach getan, und es kam nach draußen. Ich habe ehrlich nie darüber nachgedacht.

Oprah: Also warst du Michael Jackson, du hattest all diese Hits, vier in einer Reihe, und du weintest, weil du nicht sein konntest, wie andere Kinder …

Michael: Nun, ich liebte das Showgeschäft, und ich liebe das Showgeschäft immer noch, aber dann gibt es die Zeiten, wenn du spielen und ein wenig Spaß haben willst. Und das war der Teil, der mich traurig gemacht hat. Ich erinnere mich, einmal, als wir gerade nach Südamerika aufbrachen, alles war schon gepackt und im Auto, alles fertig loszufahren; da habe ich mich versteckt und geweint, weil ich wirklich nicht fahren wollte. Ich wollte spielen. Ich wollte nicht gehen.

Oprah: Waren deine Brüder neidisch, als du anfingst, die ganze Aufmerksamkeit zu bekommen?

Michael: Nein, nicht dass ich wüsste. Nein.

Oprah: Du hast nie einen Anflug von Neid gespürt?

Michael: Hm, lass mich nachdenken, nein. Nein, ich glaube, sie waren immer froh für mich, dass ich gewisse Dinge tun konnte, aber ich habe nie einen Neid unter ihnen gespürt.

Oprah: Glaubst du, dass sie jetzt neidisch auf dich sind?

Michael: Ich würde das nicht denken. Ich denke nicht, nein.

Oprah: Wie ist die Beziehung zu deiner Familie? Steht ihr euch alle immer noch nah?

Michael: Ich liebe meine Familie sehr. Ich wünschte, ich könnte sie ein wenig öfter sehen als ich es tue. Aber wir verstehen das, weil wir eine Showgeschäft-Familie sind, und wir arbeiten alle. Wir haben Familientage, wenn wir alle zusammenkommen. Wir treffen uns bei einem von uns zu Hause, das kann bei Jermaine sein oder bei Marlon oder Tito … und alle kommen zusammen in Kameradschaft. Wir lieben einander und sprechen und tauschen uns aus, wer gerade was tut …

Oprah: Und du hast dich auch gar nicht über LaToya und ihr Buch aufgeregt, und über die Dinge, die LaToya über die Familie gesagt hat?

Michael: Also, ich habe LaToyas Buch nicht gelesen. Ich weiß nur, ich liebe LaToya und das werde ich auch immer. Und ich sehe sie immer als die glückliche, liebevolle LaToya, mit der ich mich erinnere, aufgewachsen zu sein. Also kann ich auf deine Frage gar nicht antworten.

Oprah: Findest du, dass einige der Dinge, die sie gesagt hat, wahr sind?

Michael: Ich kann das nicht beantworten, Orpah, ehrlich, ich habe das Buch nicht gelesen. Das ist die aufrichtige Wahrheit.

Oprah: Nun, lass uns zurückgehen, als du also aufgewachsen bist und dieses Gefühl hattest … hm, ich denke, eine Art Wut, kann ich mir vorstellen — da war also niemand da, mit dem du hättest spielen können, außer deinen Brüdern, und du hattest niemals Schlummer-Partys?

Michael: Niemals.

Oprah: So, frage ich mich, wie das war, dieser niedliche kleine Junge zu sein, den jeder bewunderte, und jeder kam auf dich zu, kniff dich in die Wange „ach, wie süß“ — wie war es, dann erwachsen zu werden? In dieser ‘Enten-Phase’, wo alles schwierig ist; und ich frage mich, ob das eine besonders schwere Zeit war, erwachsen zu werden, wenn du doch zuvor dieser Kinder-Superstar gewesen bist.

Michael: Sehr, sehr, sehr schwierig, ja. Weil … Ich glaube, jeder Kinderstar leidet in dieser Periode, weil du nicht mehr das niedliche, bezaubernde Kind bist, das du mal warst. Du beginnst zu wachsen, und sie wollen dich für ewig klein halten.

Oprah: Wen meinst du mit 'sie'?

 

Michael: Die Öffentlichkeit. Und, ähm, die Natur nimmt ihren Lauf …

Oprah: So, tut sie das?

Michael: Ja, und ich hatte so schlimme Pickel, das machte mich so scheu. Ich wollte mich selbst nicht mehr ansehen, ich habe mein Gesicht im Dunkeln verborgen, ich wollte nicht in den Spiegel schauen, und mein Vater hat mich aufgezogen. Ich habe es einfach gehasst und jeden Tag geweint.

Oprah: Dein Vater hat dich wegen deinen Pickeln aufgezogen?

Michael: Ja, und mir gesagt, ich sei hässlich.

Oprah: Das hat dein Vater gesagt?

Michael: Ja, das hat er. Tut mir leid, Joseph.

Oprah: Wie ist deine Beziehung zu ihm?

Michael: Ich liebe meinen Vater, aber ich kenne ihn nicht.

Oprah: Bist du böse mit ihm, weil er das getan hat? Ich denke, das ist doch ziemlich grausam.

Michael: Bin ich ihm böse …

Oprah: Denn Erwachsenwerden ist ja an sich schon schwer genug, ohne ein Elternteil, das einem sagt, man sei hässlich.

Michael: Bin ich ihm böse …? Manchmal werde ich böse. Ich kenne ihn nicht so, wie ich ihn gern kennen würde. Meine Mutter ist wundervoll. Für mich ist sie perfekt. Ich wünschte nur, ich könnte meinen Vater verstehen.

Oprah: Und lass uns über diese Teenagerjahre sprechen. War es die Zeit als du anfingst, dich in dich selbst zurück zu ziehen? Weil offensichtlich hast du mit der Welt seit 14 Jahren nicht mehr gesprochen. Du hast dich in dich vertieft, wurdest ein Einsiedler. War das, um dich selbst zu schützen?

Michael: Ich habe gefühlt, dass es nichts Wichtiges für mich zu sagen gab. Das waren sehr traurige, traurige Jahre für mich.

Oprah: Warum so traurig? Denn auf der Bühne haben wir dich auftreten sehen, du hast deine Grammys bekommen. Warum so traurig?

Michael: Oh, es gibt eine Menge Traurigkeit in meiner Vergangenheit und Jugend, mit meinem Vater und all diesen Dingen.

Oprah: Also hat er dich gehänselt, Späße auf deine Kosten gemacht.

Michael: Ja.

Oprah: Hat er … hat er dich jemals geschlagen?

Michael: Ja.

Oprah: Und warum hat er dich geschlagen?

Michael: Er hat mich gesehen als … er wollte, dass ich … Ich denke, … ich weiß nicht, was es war, ob ich das schwarze Schaf war oder was auch immer … manche würden ihn einen strikten Disziplinär nennen oder was auch immer. Aber er war eben sehr streng, sehr hart, sehr eisern. Allein ein Blick reichte aus, um dir Angst einzujagen.

Oprah: Und du hattest Angst vor ihm?

Michael: Sehr. Zu Tode erschrocken. Da gab es Zeiten, wenn er nur kam, um mich zu sehen, wurde mir übel. Ich musste mich übergeben.

Oprah: Als Kind oder als Erwachsener?

Michael: Beides. Er hat mich das noch nie sagen hören. Es tut mir leid, bitte sei nicht sauer auf mich!

Oprah: Nun, ich meine, jeder muss Verantwortung für das übernehmen, was er in seinem Leben getan hat. Und dein Vater ist auch einer von jenen, Leuten, die Verantwortung übernehmen müssen.

Michael: Aber ich liebe ihn.

Oprah: Ja, ich verstehe.

Michael: Und ich vergebe.

Oprah: Aber kannst du wirklich vergeben?

Michael: Ich vergebe. Da wird so viel Müll und so viel Schund über mich geschrieben, was so unwahr ist. Das sind komplette Lügen, und das sind die Dinge, über die ich sprechen möchte. Die Presse hat so viel … Gott, … furchtbare, entsetzliche Geschichten erfunden, und das hat mich zu der Erkenntnis gebracht: je öfters man eine Lüge hört, wenn man sie immer wieder hört, dann fängt man wirklich an, sie zu glauben!

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Oprah: Wir haben über all die Gerüchte gesprochen, bevor wir in die Pause sind, und davon gibt es ja so viele. Erstens, ich war in diesem Haus überall, als wir uns hierfür vorbereiteten, und ich war also überall, auch oben, als du gar nicht dabei warst; und ich habe nach dieser Sauerstoffkammer gesucht. Ich kann nirgendwo im Haus eine Sauerstoffkammer finden!

Michael: Diese Geschichte ist so verrückt. Es ist eine dieser Klatschzeitschriften-Storys, es ist komplett erfunden.

Oprah: Okay, aber hier liegst du in irgendetwas. Da gibt es dieses Bild von dir, wo kommt das her? Wie fing das an?

Michael: Das ist … Ich habe einen Werbespot für Pepsi gemacht, und dabei wurde ich sehr schwer verbrannt. Wir bekamen eine Entschädigung von einigen Millionen Dollar, und ich habe das ganze Geld … wir haben das ‘Michael Jackson-Verbrennungs-Zentrum’ aufgebaut. Und das ist ein Stück Technologie, das für Verbrennungs-Opfer verwendet wird, ja? Also, ich habe mir das Gerät angesehen und entschieden, mich einfach mal hinein zu legen. Jemand hat ein Bild davon gemacht, das Photo genommen — derjenige, der das Bild entwickelt hat, hat es genommen und gesehen „Oh, das ist Michael Jackson!“. Er hat eine Kopie gemacht, und dieses Bild ging um die Welt mit dieser daran gekoppelten Lüge. Es ist eine absolute Lüge, warum kaufen die Menschen diese Zeitschriften? Es ist nicht die Wahrheit, und ich bin hier, um zu sagen: verurteilt keine Person, legt niemandem ein Urteil auf, bevor ihr nicht eins zu eins mit ihm gesprochen habt. Es ist mir gleich, um was für eine Geschichte es geht, verurteilt nicht, weil es eine Lüge ist.

Oprah: Du hast recht, diese Geschichte - es war, als hätte sie Beine.

Michael: Es ist verrückt! Warum sollte ich in einer Sauerstoffkammer schlafen wollen? [lacht]

Oprah: Nun, die Gerüchte besagten, dass du dort schliefst, weil du nicht alt werden wolltest.

Michael: Das ist dumm. Es ist komplett erfunden, und es ist mir peinlich. Ich bin bereit, der Presse zu vergeben, oder jedem zu vergeben; dazu wurde ich erzogen, um zu lieben und zu vergeben, was ich in meinem Herzen habe, aber bitte glaubt nicht diese verrückten, entsetzlichen Dinge.

Oprah: Hast du die Knochen des ‘Elefantenmenschen’ gekauft? Hast du versucht, die zu bekommen, um …

Michael: Nein. Das ist eine weitere dumme Geschichte. Ich liebe die Story vom ‘Elefanten-Mann’, er erinnert mich sehr an mich selbst, und ich kann mich damit identifizieren. Sie brachte mich zum Weinen, weil ich mich selbst in der Geschichte wiederfand, aber nein, ich habe nie danach gefragt … Wo sollte ich denn ein paar Knochen hintun?

Oprah: Ich weiß nicht.

Michael: Und warum sollte ich ein paar Knochen haben wollen?

Oprah: Ich weiß nicht. Und woher kam es dann?

Michael: Jemand hat es erfunden, und jeder hat’s geglaubt. Wenn du eine Lüge oft genug hörst, glaubst du sie.

Oprah: Ja, und die Leute machen Geld, indem sie Magazine verkaufen.

Michael: Ja.

 

Oprah: Okay. Erst neulich, da gab es diese Geschichte — und ich weiß, einer deiner Anwälte hat eine Pressekonferenz dazu gegeben — diese Geschichte, dass du wolltest, dass ein kleiner weißer Junge dich in einem Pepsi-Werbespot spielt.

Michael: Das ist so dumm. Das ist die lächerlichste, entsetzlichste Geschichte, die ich jemals gehört habe. Es ist verrückt. Erstens, warum … es ist mein Gesicht als Kind in dem Werbespot, mit mir als ich klein war — warum sollte ich ein weißes Kind wollen, um mich zu spielen? Ich bin ein schwarzer Amerikaner, ich bin stolz, ein schwarzer Amerikaner zu sein, ich bin stolz auf meine Rasse, ich bin stolz darauf, wer ich bin. Ich trage eine Menge Stolz in mir, und Würde. Das ist als wolltest du einen Orientalen, um dich als Kind zu spielen. Macht das Sinn?

Oprah: Nein.

 

Michael: Also bitte, Leute, hört auf, diese furchtbaren Geschichten zu glauben!

Oprah: Okay, dann lass uns zu der Sache kommen, die dich bezüglich am meisten diskutiert wird. Die Farbe deiner Haut ist offensichtlich anders als die, als du jünger warst. Das hat eine Menge Spekulationen hervorgerufen und Kontroversen darüber, was du getan hast oder tust. Bleichst du deine Haut, und ist deine Haut heller, weil du nicht schwarz sein willst?

Michael: Erstens … soweit ich weiß, gibt es so etwas wie Haut-Bleichen nicht. Ich habe das nie gesehen, ich weiß nicht, was das ist …

Oprah: Nun, sie haben diese Produkte; ich erinnere mich daran, aufgewachsen zu sein und davon gehört zu haben „benutzt Bleich-Cremes …“. Aber du musst ja 300 000 Stück davon haben.

Michael: Okay, das ist die Situation: Ich habe eine Hautkrankheit, die die Pigmentierung meiner Haut zerstört. Das ist etwas, wogegen ich nichts tun kann. Okay? Aber wenn die Leute Storys erfinden, dass ich nicht sein will, wer ich bin… das verletzt mich!

Oprah: So ist das also …

Michael: Das ist ein Problem für mich, okay? Ich kann es nicht kontrollieren. Aber was ist mit all den Millionen Menschen, die draußen in der Sonne sitzen, um dunkler zu werden? Um anders zu werden, als sie sind — niemand sagt etwas darüber!

Oprah: Und wann hat das begonnen? Wann fing die Farbe deiner Haut an, sich zu ändern?

Michael: Oh ja, ich weiß nicht. Irgendwann nach ‘Thriller’, um ‘Off the Wall’, ‘Thriller’, irgendwann damals.

Oprah: Und was hast du gedacht?

Michael: Das liegt in meiner Familie. Mein Vater sagt, es käme von seiner Seite. Ich kann es nicht beeinflussen, ich verstehe das nicht; ich meine, es macht mich sehr traurig. Ich will jetzt nicht in meine medizinische Geschichte gehen, weil das etwas Privates ist, aber das ist die Situation hier.

Oprah: Also okay, und ich will es nur nochmals ganz klar: du nimmst nichts, um die Farbe deiner Haut zu verändern?

Michael: Oh, Gott, nein! Wir versuchen, es zu kontrollieren und Make-up zu benutzen, um es auszugleichen, weil es Flecken auf der Haut macht. Und ich muss meine Haut angleichen. Aber, weißt du, das ist komisch, warum ist das so wichtig? Für mich ist das nicht wichtig. Ich bin ein großer Fan von Kunst, ich liebe Michelangelo. Wenn ich die Möglichkeit hätte, mit ihm zu sprechen, dann würde ich wissen wollen, was ihn inspiriert hat zu werden, wer er ist; die Beschaffenheit seines Künstlertums, nicht, mit wem er gestern Abend aus war … oder was falsch ist an … Ich meine, das ist wichtig für mich!

Oprah: Wie viele Schönheitsoperationen hattest du?

Michael: Sehr, sehr wenige. Du kannst sie an zwei Fingern abzählen. Lass es mich so formulieren: wenn du etwas über diese Dinge wissen willst, dann lies mein Buch, ‘Moonwalk’, es steht in meinem Buch. Sagen wir so, wenn alle Leute in Hollywood, die Schönheitskorrekturen hatten, in den Urlaub fahren würden, dann wäre kein Mensch mehr in der Stadt.

Oprah: Mmmm, ich denke da könntest du recht haben.

Michael: Ich denke, ich habe Recht. Alles wäre leer …

Oprah: Hast du mit Schönheitsoperationen angefangen in diesen Jugendjahren, weil du nicht mochtest, wie du aussahst?

Michael: Nein, nicht wirklich. Es waren nur zwei Dinge. Wirklich, lies mein Buch, das ist keine große Sache.

Oprah: Du willst mir nicht sagen, was es ist? Offensichtlich hast du die Nase korrigieren lassen.

Michael: Ja, aber das haben eine Menge Leute, die ich kenne.

Oprah: Und, wenn du nun all diese Dinge über dich hörst, und da gibt es ja noch mehr …

Michael: Ich habe aber nie meine Wangenknochen verändern lassen, nie meine Augen, nicht die Lippen und all dieses Zeug! Das würde zu weit gehen. Aber das sind alles Dinge, die andere Leute jeden Tag machen lassen.

Oprah: Bist du jetzt mit deinem Aussehen zufrieden?

Michael: Ich bin nie mit irgendetwas zufrieden. Ich bin ein Perfektionist, das ist Teil meiner Persönlichkeit.

Oprah: Und wenn du also jetzt in den Spiegel schaust und dir blickt dieses Bild entgegen — gibt es Tage, wo du sagst „das mag ich“, oder „ich mag es, wie mein Haar zurechtgemacht ist …“?

Michael: Nein, ich bin nie …

Oprah: … oder „ich bin heute aber ziemlich niedlich“ …

Michael: … [kichert] „Heute ziemlich niedlich“ … Nein. Ich bin nie mit mir zufrieden. Nein … ich versuche, nicht in den Spiegel zu sehen.

Oprah: Ich muss dich das fragen, weil so viele Mütter in meinem Publikum gesagt haben, bitte frag ihn das. Warum greifst du dir immer in den Schritt?

Michael: [kichert] Warum greife ich mir in den Schritt?

Oprah: Da muss doch irgendwas abgehen in deinem Schritt …

Michael: Ich glaube, das passiert unbewusst. Wenn du tanzt, dann interpretierst du die Musik und den Klang und die Begleitung. Wenn es ein treibender Bass ist, wenn da ein Cello ist, wenn eine Geige … du wirst die Emotion dieses Klanges. Also, wenn ich eine Bewegung mache und ‘BAMM’, und ich mich anfasse … dann ist das die Musik, die mich dazu verleitet. Ich sage nicht, ich muss da jetzt hin greifen und das ist ein tolles Spiel. Man denkt da nicht drüber nach, es geschieht einfach. Manchmal schaue ich mir die Aufnahmen an und ich … ich frage: „Habe ich das wirklich getan?!“ Ich bin also ein Sklave des Rhythmus…

[Werbepause]

 

[es werden einige von Michaels größten Erfolgen aufgezählt und gezeigt:]

• # 1 Album aller Zeiten
• # 2 Album aller Zeiten
• Größtes Konzert in der Geschichte
• Mehr Musik-Preise als jeder andere Künstler
• Die meisten # 1 Hits der 80er
• Größter Sponsoring Deal — 15.000.000 Dollar
• Milliarden Dollar Entertainment Vertrag
• Entertainer des Jahrzehnts

 

Oprah: Als du all diese Rekorde gebrochen hast, als du das meist verkaufte Album aller Zeiten geschaffen hast, als du jeden Rekord gebrochen hast, den es gibt, als du eine Ikone der Industrie geworden bist, ist dann da immer noch der Duck etwas noch größeres und besseres zu tun?

Michael: Oh je, das ist so etwas … Ähm, das macht es jedes Mal schwieriger mitzuhalten. Du versuchst, so sehr du selbst zu sein, wie du sein kannst, ohne über Statistiken nachzudenken, einfach aus deiner Seele und deinem Herzen heraus.

Oprah: Und wenn du so darüber nachdenkst, was du tust, meditierst du dann? Denkst du dann, so, jetzt schaffe ich den großen Clou?

Michael: Nein, … ich … schaffe aus meinem Herzen heraus, wirklich.

Oprah: Liz Taylor hat gesagt, du seiest der König des Rock, Pop und Soul. Wo kam das her, dass du behauptetest, du seiest der ‘King of Pop’?

Michael: Nun, ich habe nie behauptet, irgendetwas zu sein. Ich bin froh zu sein, wer ich bin. ‘King of Pop’ wurde zum ersten Mal von Elizabeth Taylor gesagt, auf einer der Award-Shows.

Oprah: Und da hat das Ganze angefangen?

Michael: Ja, und die Fans … in allen Stadien, in denen wir spielten, brachten sie Banner mit, wo draufstand ‘King of Pop’, und Jacken mit diesem Schriftzug, und sie schrieen es an meinem Hotel: „King of Pop, King of Pop!“ So entwickelte sich das einfach. Und es ging um die Welt.

Oprah: Gehst du aus? Hast du Rendezvous?

Michael: Ja.

Oprah: Und mit wem?

Michael: Nun, gerade jetzt ist es Brooke Shields. Wir versuchen, nicht überall aufzutauchen. Es ist meist zu Hause, sie kommt zu mir, ich gehe zu ihr. Weil ich nicht gern nach draußen in die Öffentlichkeit gehe.

Oprah: Warst du schon mal verliebt?

Michael: Ja.

Oprah: In Brooke Shields?

Michael: Ja, und in ein anderes Mädchen.

Oprah: Ein anderes Mädchen? Lass mich dich das fragen, und es ist mir peinlich, dich das zu fragen, trotzdem werde ich es tun: bist du noch Jungfrau?

Michael: Uhhhhh, wie kannst du mir solch eine Frage stellen?

Oprah: Ich will es einfach wissen.

Michael: Ich bin ein Gentleman.

Oprah: Du bist ein Gentleman …

Michael: Ich bin ein Gentleman.

Oprah: Ich würde das so interpretieren, dass du glaubst, dass eine Lady eine Lady ist und deswegen …

Michael: Das ist etwas, das ist privat. Ich meine … es sollte nicht öffentlich darüber gesprochen werden … Du kannst mich altmodisch nennen, wenn du willst, aber, weißt du, das ist für mich sehr persönlich.

Oprah: Also wirst du es nicht beantworten?

Michael: Ich bin ganz verlegen.

Oprah: Nun, wir würden gern wissen, ob da die Möglichkeit besteht, dass du eines Tages heiraten und Kinder haben wirst?

Michael: Ich würde mich fühlen, als wäre mein Leben nicht komplett, wenn ich das nicht täte. Weil ich das Familien-Leben bewundere, ich bewundere Kinder und ich bewundere diese ganze Sache. Und ich würde das sehr gern tun, das ist einer meiner Träume. Aber ich kann es im Moment nicht, weil ich schon verheiratet bin. Ich bin verheiratet mit meiner Musik, und es braucht diese Nähe, um das tun zu können, was ich tun will.

Oprah: Was für eine Art Frau macht dich … In dem Video, das ich dir später zeigen werde — wir werden die Premiere davon zeigen — da gibt es diese Zeile, wo du von ‘Durst löschen’ sprichst. Welche Person könnte das für dich tun?

Michael: [singt] ‘Stille meine Begierden …’ Nun, Brooke, ich habe sie immer gemocht. Und als ich klein war, da war ich zusammen mit Diana Ross. Meine Brüder und ich lebten über Jahre bei ihr, und ich habe das niemals gesagt, aber ich war immer in sie verknallt …

Oprah: Wirklich?

Michael: Ja.

Oprah: Und das habe ich auch gehört, es war noch eines dieser Gerüchte: dass du Elizabeth Taylor einen Heiratantrag gemacht hattest?

Michael: Elizabeth Taylor ist umwerfend und wunderschön, und das heute noch. Ich bin verrückt nach ihr.

Oprah: Ja. Aber hast du ihr einen Antrag gemacht?

Michael: Das hätte ich gerne.

 

Oprah: Also, Elizabeth Taylor ist hier. Können wir Liz jetzt hereinbitten? Liz sagte, sie wollte hier sein, um dir Händchen zu halten, während dieser Sache. Du siehst allerdings nicht aus, als bräuchtest du es, Händchen gehalten zu bekommen. Elizabeth Taylor!

Michael: Hi, Elizabeth.

Oprah: Hi.

Elizabeth: Hi.

Oprah: Setz dich doch.

Elizabeth: Danke.

Oprah: Hat Michael je um deine Hand angehalten?

Elizabeth: Nein! Und ich niemals um seine.

Oprah: Nicht … Was glaubst du ist das, worin Michael Jackson am meisten missverstanden wird?

Elizabeth: All diese Dinge, die du erwähntest. Er ist der am wenigsten ‘seltsame’ Mensch, den ich je getroffen habe. Er ist hochintelligent, ehrlich, intuitiv, verständnisvoll, mitfühlend, großzügig, so dass er sich selbst fast vergisst.

Oprah: Mhm …

Elizabeth: Und, hm, wenn er irgendwelche Exzentrizitäten hat, dann dass er größer ist als das Leben, und manche Menschen können das nicht akzeptieren oder sich dem stellen oder es verstehen. Es ist sein Talent auf der Bühne, weswegen ich ihn den König des Pop, Rock, Souls, Musik … Entertainment — was auch immer — nenne.

Oprah: Ja.

Elizabeth: Es gibt niemanden, der an ihn herankommen könnte. Niemand kann tanzen wir er, solche Lyrics (Songtexte) schreiben, die Musik … die Art Erregung erzeugen, wie er es tut.

Oprah: Und warum denkst du seid ihr zwei so gute Freunde? Was hat dieses Band geschaffen? Weil die Leute versuchen, das seltsam zu machen.

Elizabeth: Nun, das ist es nicht. Unsere Kindheiten sind sehr ähnlich verlaufen, und das haben wir ganz von Beginn an gemeinsam. Ich war mit neun Jahren ein Kinderstar, hatte einen missbrauchenden Vater, und das brachte uns ganz am Anfang eng zusammen.

Oprah: Und was ist es — ich werde Michael diese Frage später noch stellen — das du willst, dass die Welt unbedingt über ihn wissen sollte?

Elizabeth: Was für ein wunderbarer, gebender, sorgevoller, großzügiger Mann er ist. Und wie gut er ist.

Oprah: Und er ist auch lustig!

Elizabeth: Oh, er ist furchtbar witzig!

Oprah: Der kann echt Witze reißen, kann ich euch sagen.

Elizabeth: Ja, aber er ist ein guter Mann.

Oprah: Wenn wir zurückkommen … — und danke dir, dass du dich zu uns gesellt hast —

Elizabeth: Hab ich gern getan.

Oprah: … Weil, ich weiß, zunächst wolltest du nicht vor die Kamera, aber danke. Wenn wir also wiederkommen, wird Michael uns nicht nur eine Tour durch seinen Vergnügungspark und das Theater geben, sondern auch eine ganz spezielle Tanzdarbietung gewähren. Für all jene, die sagen, er würde den ‘Moonwalk’ mit Spiegeln vortäuschen, werden wir den Beweis antreten, wenn wir in ein paar Minuten wieder da sind.

[Werbepause]

Oprah: Das schockiert mich jetzt ja richtig, dass du sogar selbst fährst! [Michael fährt Oprah in einem Golfwägelchen über die Ranch]. Für euch alle, wir kommen jetzt von Michaels Haus hinunter zum Vergnügungspark, der hm … einige hundert Meter vom Haus entfernt ist. Und das ist wirklich unglaublich.

Michael: Danke.

Oprah: Ich möchte wissen, ob du das für dich selbst getan hast oder für all die Kinder, die du hier unterhältst.

Michael: Für mich selbst und die Kinder. Alle drei Wochen haben wir todkranke Kinder, die herkommen zum …

Oprah: Zum Haus?

Michael: Ja, ja …

Oprah: von der ‘Make A Wish’-Stiftung, von ‘Dream Street’ und ‘Starlight’, richtig?

Michael: Alle drei Wochen — das sind kranke Kinder, Kinder mit Krebs. Und ich unterhalte sie hier.

Oprah: Mhm.

Michael: Sie kommen hierher und genießen das einfach.

Oprah: Das ist unglaublich. Ich muss sagen, ich habe mich ja mit einigen der Kinder unterhalten. Und das hier sind nicht nur ‘Oma-Fahrgeschäfte’, sondern richtig große!

Michael: [lacht]

Oprah: Ich meine, die ‘Krake’, das Riesenrad, und das da, ist ein ‘Zipper’. (A.d.R. keine Ahnung, was das ist!) [A.d.R.2: Das ist das Teil, aus dem Gregory Peck ziemlich gebeutelt wieder herauskommt, zu sehen in den Privat Home Movies…]

Michael: Der ‘Wipeout’ (A.d.R. auch ?)

Oprah: Ja, der ‘Wipeout’, und dort sind die Boxautos, das ist wirklich …

Michael: Danke. Nun, es soll das Kind zurückbringen, das in jedem von uns lebt. Ich liebe die Fahrgeschäfte und diese Dinge, und ich teile es mit den Kindern.

Oprah: Konntest du so etwas auch machen, als du ein Kind warst?

Michael: Nicht wirklich. Manchmal. Manchmal, aber nicht oft genug.

Oprah: Aber jetzt kannst du es jederzeit.

Michael: Jeden Tag. Es ist ja direkt hinter meinem Haus.

Oprah: Wie oft kommst du letztendlich her?

Michael: Wann immer ich hier bin, komme ich heraus und nutze die Sachen.

Oprah: Nun, ist das ein Teil von dir — wie wir vorher gesprochen haben — der Schmerz des Heranwachsens und eben nicht in der Lage zu sein, all solche Dinge zu erfahren, die Kinder normalerweise erleben. Und jetzt erfüllst du dir all diese Phantasien.

Michael: Um es auszugleichen, ja.

Oprah: Aber glaubst du, dass du das wirklich nochmals zurückholen kannst? Fühlt es sich denn wirklich gleich an? Ich weiß es ja nicht …

Michael: [lacht] Es macht noch mehr Spaß!

Oprah: Wirklich?

Michael: Ich würde die Vergangenheit nicht ändern, wenn ich könnte. Ich genieße das Leben.

Oprah: So, und nun sind wir im Theater angelangt. Ich hatte hier ein paar Süßigkeiten zu viel.

Michael: [lacht]

Oprah: Aber die Süßigkeiten sind hier für all die Kinder. Pinocchio ist hier, ET auch. Was mich so an dir fasziniert ist, dass du offensichtlich diese kindliche Aura um dich hast, und dass ich Kinder bei dir sehe, und sie spielen mit dir mit als wärst du eines von ihnen. Aber … ein Kind schafft nicht so etwas.

Michael: [lacht]

Oprah: Ein Kind kann so etwas nicht aufbauen. Das ist wirklich grandios.

Michael: Danke schön. Ich … ich liebe es, Dinge für Kinder zu tun. Und ich versuche, Jesus nachzueifern — und ich sage nicht, dass ich Jesus wäre, das sage ich nicht!

Oprah: Ja, das ist klar.

Michael: Richtig. Ich versuche, Jesus zu imitieren in der Tatsache, dass er sagte, wie Kinder zu sein, Kinder zu lieben, so rein wie Kinder zu sein und dich dazu zu bringen, genauso unschuldig zu sein und die Welt durch ihre Augen des Wunders zu sehen, und alles Magische daran, und das liebe ich. Wir haben hier dann etwa 100 kahlköpfige Kinder, sie haben alle Krebs, und sie rennen alle herum …

Oprah: Mhm.

Michael: Und sie genießen es. Ich weine Freudentränen, dass ich die Möglichkeit hatte, das für sie zu tun.

Oprah: Mhm.

Michael: Das macht mich innerlich so zufrieden.

Oprah: Nun, als ich hierher kam, so vor ca. einem Monat, um die Werbespots für das heutige Event zu drehen, da gab es eine Sache, die mich echt am meisten beeindruckt hat. Ich hoffe, ihr Jungs (Kamera) könnt das zeigen, ich weiß nicht, ob es geht, wenn alle Kameras auf uns gerichtet sind … Oh, wir haben ja noch andere Kameras! Hier gibt es nämlich Betten, die in die Wände eingelassen sind. Betten für einige dieser kranken Kinder, die herkommen. Und als ich das gesehen habe, habe ich erkannt, dass du wirklich eine Person sein musst, die sich aufrichtig um Kinder sorgt, wo du sie in deine Architektur einbezogen hast.

Michael: Ja, ja. Wir haben Kinder, die herkommen — die werden intravenös versorgt. Sie sind sehr, sehr krank, bettlägerig …

Oprah: Sie können nicht sitzen.

Michael: Richtig. Sie können sich nicht aufsetzen, und diese Betten sind Krankenhausbetten. Man bedient einen Knopf, und sie fahren auf und ab. So können sie auch zuschauen. Wir haben eine Zauber-Show, wir zeigen die gängigen Filme, es gibt Zeichentrickfilme; alles, was man sich denken kann. Alles, so dass sie in diese Welt der Magie entfliehen können, die sie normalerweise nicht erfahren können. Diese Welt, die mir als Kind auch vorenthalten blieb.

Oprah: Ich weiß, du glaubst, dass alles im Leben aus einem bestimmten Grund geschieht. Glaubst du, dass, wenn du nicht so viel entbehren hättest müssen, hm, das Leben, den Spaß und die Phantasie der Kindheit — wärst du dann heute auch so zu Kindern hingezogen? Könntest du genauso eine Beziehung zu ihnen aufbauen?

Michael: Wahrscheinlich schon, aber nicht so sehr. Und deswegen würde ich auch nichts ändern wollen.

Oprah: Wirklich?

Michael: Weil ich glücklich bin damit, wie die Dinge sind, und meine Sorge um junge Menschen und alles …

Oprah: Bist du nun wirklich glücklich? Weil du so eine lange Zeit traurig gewesen zu sein scheinst.

Michael: [lacht] Ich war traurig über Jahre und Jahre und Jahre hinweg. Aber ich bin glücklich, ich komme dahin. Ich bin sehr glücklich.

Oprah: Und was hat dich dahin gebracht?

Michael: In der Lage zu sein zurückzugeben, weißt du, und anderen Menschen zu helfen. Die ‘Heal the World’-Stiftung, die ich gegründet habe. Sie hilft Kindern, die Welt zu heilen. Wir haben ein Projekt namens ‘Heile L.A.’, das ist … wir haben drei primäre Ziele dafür: Immunisierung von Kindern, Ausbildung — und das ‘Große-Schwester-großer-Bruder-Programm’, und Aufklärung über Drogen. Und Jimmy Carter hat sich mit uns zusammengetan um ‘Heile Atlanta’ zu machen. So gehen wir von Bundesstaat zu Bundesstaat und heilen … Wir waren in Sarajevo und sehr vielen Orten.

Oprah: Ich weiß, ich weiß, wir haben die Bilder von dir von der ganzen Welt mit all diesen Kindern. … Eines der Dinge, die ich vor der letzten Pause angesprochen hatte, bevor der Alarm losging und all diese Sachen, ist … Wir haben über die Gerüchte gesprochen. Eines der seltsamsten, die ich gehört habe war, dass, wenn du ‘moonwalkst’, dass du das vortäuscht. Dass du da irgendwelche Spiegel in deinen Socken platziert hättest.

Michael: Oh je …!

Oprah: Und das stimmt nicht wirklich.

Michael: Nein, das stimmt nicht.

Oprah: Wie hast du — zunächst einmal — du weißt, wir haben so viel Zeit aufgewendet, um all die Gerüchte klarzustellen und zu versuchen, die Wahrheit herauszubekommen, so dass ich kaum Gelegenheit dazu hatte, mit dir darüber zu sprechen, wie du deine Musik kreierst und wie den Tanz. Wo kommt der ‘Moonwalk’ her?

Michael: Der ‘Moonwalk’ kommt von diesen wunderbaren Kindern, diesen schwarzen Kindern, die in den Ghettos leben, in den Großstädten, die wirklich brillant sind. Sie haben dieses natürliche Talent zum Tanzen, alle diese neuen … der ‘Running Man’, alle diese Tänze. Sie erfinden diese Tanzstile, alles, was ich getan habe, war das auszufeilen.

Oprah: Okay. Ich will dich tanzen sehen.

Michael: Oh, Gott, nein, nein.

Oprah: Ich will dich tanzen sehen! Ich will dich live tanzen sehen.

Michael: Nein, nein. Ich kann dir einen oder zwei Schritte zeigen. Aber ich bin gerade ein wenig eingerostet.

Oprah: Ein wenig eingerostet?!

[Michael geht auf die Bühne und tanzt zu ‘Dangerous’]

Michael: Das ist der ‘Moonwalk’ - wartet … ihr müsst es von der Seite filmen …

Oprah: Du musst dich rumdrehen?

Michael: Seid ihr von vorn drauf?

Oprah: Yeah, wir haben dich!

Michael: Nehmt es von der Seite auf …

Oprah: Okay. Jetzt zeig es mir in Zeitlupe. Geht das?

Michael: Okay. Warte, es ist wie … man muss nach vorn durchdrücken und dann wieder schnell strecken … so in etwa …

[Michael hört auf zu tanzen und kommt von der Bühne herunter]

Michael: Tut mir leid.

Oprah: [applaudiert] Ich hab es live gesehen, ich habe es live gesehen … Und du hast das also von den Kindern übernommen, die das so gemacht haben.

Michael: Yeah, weil, ähm, ich denke, sie sind die wahren Tänzer.

Oprah: Ja. Und als du zum Beispiel — als wir zuvor hier waren, als wir diesen Werbespot aufgenommen haben, da warst du …

Michael: Du solltest das zusammen mit mir machen! [lacht]

Oprah: Ich kann das nicht!

Michael: [lacht]

Oprah: Du weißt, dass ich das nicht kann!

Michael: [lacht]

Oprah: Weißt du was? Ich meine, von all diesen Dingen, die in den Klatschblättern abgedruckt werden — das einzige, was daran jemals wahr war, war als sie sagten, ich könne nicht tanzen. Das ist die Wahrheit!

Michael: [lacht]

Oprah: Als wir das letzte Mal hier waren, um den Spot aufzunehmen, da bist du zwischen den Drehs davongerannt, um Tänze zu kreieren, zu choreographieren … Du warst die ganze Nacht auf und hast getanzt.

Michael: Für den ‘Super Bowl’?

Oprah: Ja, ja.

Michael: Ja. Nun, ich bin nie zufrieden. Auch, wenn ich etwas sehe, das ich getan habe, und die Leute sagen, das war phänomenal — als ich den Auftritt bei ‘Motown 25’ hatte und den ‘Moonwalk’ das erste Mal gemacht habe, danach habe ich hinter der Bühne geweint.

Oprah: Warum?

Michael: Weil ich unglücklich war.

Oprah: Du hast geweint, nach ‘Motown 25’??

Michael: Ja, nach ‘Motown 25’. Aber, als ich dann zum Auto gegangen bin, da war dieser kleine Junge, er war vielleicht 12. Ein kleiner jüdischer Junge, und er sagte „Ooooh, du warst unglaublich! Wer hat dir beigebracht so zu tanzen?!“ Und da, zum ersten Mal, habe ich gefühlt, dass ich eine gute Arbeit geleistet hatte, weil ich weiß, dass Kinder nicht lügen. Und da habe ich mich einfach gut gefühlt.

Oprah: Du hast dich wohl so gut gefühlt, dass du am liebsten ‘heee-heee’ gesagt hättest!

Michael: [lacht] Hee-hee!

Oprah: Ich will, dass du etwas Acapella für mich singst, wenn du kannst.

Michael: Oh, nein! Was könnte ich singen?

Oprah: ‘Who Is It’, du weißt schon, mit diesem Beat — weil wir ja hier im Theater sind.

Michael: Hm, oh Junge … was könnte ich singen? ‘Who Is It’?

Oprah: Woher kommt dieses ‘Hee-hee’ eigentlich? Hee-hee.

Michael: Hee-hee! [beginnt, die Beat Box und Instrumenten-Klänge für ‘Who Is It’ mit dem Mund zu machen und singt] ‘I gave my money, I gave my time, I gave her everything in life one heart could find. It doesn’t seem to matter and it doesn’t seem right, but the will has brought no fortune, still I cry alone at night. Don’t you judge of my composure cause I’m bothered every day, and she didn’t leave a letter, she just up and ran away.’

Oprah: Aaaooow! Fabelhaft!

Michael: Na ja, du wolltest, dass ich das mache. Ich bin verlegen. Tut mir leid, das ist mir peinlich.

Oprah: Ich habe es sehr genossen. Danke dir. Wir sind gleich wieder da mit mehr von Michael Jackson live! Das war großartig!! [umarmt Michael]

[Werbepause]

Oprah: Einer der Gründe, warum wir uns dieses Stück angeschaut haben war, weil Musik-Videos, das bist einfach du. Früher, da haben die Leute einfach ihr Lied gesungen, bis du kamst und Musik-Videos komplett verändert hast. Als du dein erstes so geschaffen hast, wusstest du da, was du tatest?

Michael: Ja. Die Idee war, etwas zu schaffen, was eine Geschichte darstellte, mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende.

Oprah: Hmh …

Michael: So fühlte es sich an wie ein Mini-Film, und das wollte ich so machen. Und das ist es, was wir mit ‘Beat it’ machten, mit ‘Thriller’ und ‘Smooth Criminal’ und all diesen Sachen.

Oprah: Also, wenn du anfängst, dich eines Stücks Arbeit oder ein Musikstücks annimmst, dann denkst du schon darüber nach, wie du es …

Michael: Manchmal schon, ja. Das ist wahr.

Oprah: Mhm … Ich überlege wie es sich anfühlen mag — und ich werde das nie erleben, weil ich nicht ein bisschen singen kann — wie es sich anfühlen mag, auf der Bühne zu stehen vor einem Meer von Menschen. Eines der Dinge, die mich am meisten beeindruckten, als ich das alles hier zusammenstellte, ist, dass überall auf der Welt die Reaktion auf dich unglaublich ist. Ich wollte, für den Rest von euch, die noch nie gesehen haben, wie die Menschen auf Michael Jackson reagieren … schaut euch das einfach mal an:

[Ein Ausschnitt von einem Konzert wird eingespielt, wo die Menge tobt. ‘Will You Be There’ ertönt im Hintergrund]

Oprah: So, wenn du da oben stehst, und da ist dieses Menschenmeer, das dir antwortet, deinen Namen schreit — was ist das für ein Gefühl?

Michael: Liebe. Du empfindest eine Menge Liebe. Und ich fühle mich gesegnet und geehrt, ein Instrument der Natur sein zu dürfen, das ausgewählt wurde, um ihnen das zu geben, was ich ihnen gebe. Ich bin sehr geehrt und glücklich darüber.

Oprah: Ein Instrument der Natur. Das ist eine interessante Weise, dich selbst zu beschreiben.

Michael: Danke schön

 

Oprah: Bist du sehr spirituell?

Michael: In welchem Sinne?

Oprah: Ich meine, meditierst du? Verstehst du, dass es da etwas Größeres gibt, als du selbst, das an allem beteiligt ist?

Michael: Ich glaube an Gott. Absolut, absolut. Sehr stark.

Oprah: Mhm. Und ich glaube, dass jeder aus einem Grund auf die Welt gekommen ist. Ich denke, die meisten von uns verbringen ihr Leben damit, herauszufinden, was die Aufgabe ihres Daseins ist. Was glaubst du, ist deine?

Michael: Meine Bestimmung?

Oprah: Mhm.

Michael: Oh Junge, ich denke … hm … zu geben, so gut ich kann, durch Lieder, durch den Tanz und durch Musik. Ich meine, ich bin meiner Kunst verbunden. Ich glaube, dass alle Kunst als ihr ultimatives Ziel die Verbindung zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen hat, zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen. Und ich denke, dass das der Grund der Existenz der Kunst ist.

Oprah: Mhm.

Michael: Und … ich fühle, dass ich als Instrument erwählt wurde, um der Welt einfach Musik zu geben und Harmonie. An Kinder aller Altersstufen, und Erwachsene und Jugendliche.

Oprah: Glaubst du, dass, indem wir hier reden und mal diese Dinge für dich klar stellen, dass die Menschen mehr Aufmerksamkeit auf deine Musik lenken können und aufhören, dich für irgendetwas anderes zu bewerten, als die Art Musik, die du spielst?

Michael: Das hoffe ich. Das wäre mir sehr viel wert.

Oprah: Nun, ich hoffe auch, dass das hieraus hervorgehen wird. Ich bin auch aufgeregt, dass die Welt zuschaut, und weil die Welt zusieht, dachten wir, das wäre eine gute Gelegenheit, der Welt die Weltpremiere von ‘Give In To Me’ zu präsentieren!

[Die Leinwand öffnet sich und das neue Video von ‘Give In To Me’ wird gezeigt]

Oprah: So, wir wollten wissen, wie so etwas auf einem Stück Papier beginnt ‘mich anzumachen …’ und sich dann in so etwas verwandelt …

Michael: Nun, ‘Give In To Me’ — ich wollte einen weiteren Song schreiben, weißt du, der etwas aufregend und lustig zugleich ist. Rockig. Wie als ich ‘Beat it’ und ‘Black or White’ gemacht habe. Und Slash, der ein enger Freund von mir ist — wir beide lieben Tiere und solche Dinge — er wollte Gitarre spielen und ich wollte, dass er die Gitarre spielt. Also kamen wir zusammen und gingen nach Deutschland. Und wir haben diesen Clip in vielleicht zwei Stunden aufgenommen. Wir hatten überhaupt keine Zeit zum Drehen. Wir wollten, dass es aufregend und phantastisch sein würde, mit Fans … also wie ein Rock-Konzert. Und so ist das dann als Endresultat entstanden.

Oprah: Du hast Tiere erwähnt. Ich weiß, dass mich, wenn ich hier abreise, jeder fragen wird, wo die ganzen Tiere sind! Ich habe am Anfang gesagt, dass ich Affen durch das Wohnzimmer toben zu sehen erwartet hätte. Und ich habe keine gesehen. Wo ist Bubbles?

Michael: [lacht] Nun, die Tiere sind überall. Sie sind in ihren Wohnräumen auf der ganzen Ranch. Sie kommen am Tag heraus und spielen und rennen umher. Sie haben ihre eigenen Plätze, wo sie spielen und leben.

Oprah: Warum, warum bist du so fasziniert von Tieren? Was glaubst du?

Michael: Weil ich bei Tieren dasselbe finde, das ich auch an Kindern so wundervoll finde. Diese Reinheit, diese Ehrlichkeit. Sie beurteilen dich nicht, sie wollen nur dein Freund sein. Das ist so süß.

Oprah: Finde ich auch. Wir sind gleich wieder da mit Michael Jackson, live.

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Oprah: Wir sind hier live in Michael Jacksons Haus, in seinem Theater, und wir haben NBC um 90 Minuten angefragt. Ich glaube, das war nicht genug Zeit.

Michael: [lacht]

Oprah: Ich denke, wir haben die ganzen Gerüchte aufgeklärt. Es rennen also keine Affen durch das Haus …

Michael: [lacht]

Oprah: … auch kein Sauerstoff-Tank. Ich weiß nicht, wie sieht es aus mit nachher etwas in den Schritt greifen?

Michael: [lacht] Frag die Musik.

Oprah: Frag die Musik … Oh, wir haben nicht über die Amtseinführung gesprochen! Hast du Präsident Clinton gesagt, dass du der einzige sein müsstest, der dort singen wird?

Michael: [seufzt] Das ist entsetzlich. Das ist die dümmste, verrückteste Geschichte, die ich je gehört habe. Ich meine, warum sollte nur ich dort sein wollen? Niemand darf bei der Show sein, nur ich. Das ist so dumm! Das ist doch verrückt. Das ist doch überhaupt nicht in meinem Herzen. Ich würde niemals so etwas sagen. Und nochmals, jemand hat das erfunden, und die ganze Welt glaubt daran. Es ist so falsch, das ist unglaublich.

Oprah: Was willst du am meisten, dass die Welt über dich weiß? Ich habe Liz diese Frage ja schon über dich gestellt. Was willst du, dass sie wissen?

Michael: Woran man sich erinnern soll?

Oprah: Nicht erinnern — was für jetzt? Was soll das heißen, sich erinnern …

Michael: Oh, wofür ich jetzt bekannt sein will. Als ein Künstler, ein großartiger Künstler. Ich liebe, was ich tue, und ich wünsche mir, dass die Menschen auch lieben, was ich tue, und dass ich geliebt werde. Ich will einfach geliebt werden, wo immer ich hingehe. Überall auf der Welt, weil ich Menschen aller Rassen auch liebe, aus ganzem Herzen, wirklich innig.

Oprah: Hmm. Weißt du, Gene Siskel, ein Filmkritiker, hat mich einmal etwas gefragt, und ich liebe diese Frage, so werde ich sie dir stellen.

Michael: Ja?

Oprah: Du bist jetzt 34 Jahre alt. Was weißt du ganz sicher?

Michael: Hmm. Was ich sicher weiß?

Oprah: Ja, was weißt du mit Sicherheit?

Michael: Oh Junge, ich lerne immer noch. Das Leben ist eine Lehre für mich. Ich kann eigentlich gar nicht sagen, dass ich etwas ganz sicher weiß. Das glaube ich wirklich.

Oprah: Ich kann dir nicht genug danken dafür, uns einzulassen. Und ich wünsche dir alles Glück der Welt. Ich habe es sehr genossen, hier zu sein, und eines der Dinge, die ich mir selbst versprochen habe ist, dass, wenn dieses Interview um ist, dann werde ich auf dieses Riesenrad gehen!

Michael: [lacht]

Oprah: Und das ist genau das, was ich jetzt vorhabe. Ich werde meine blauen Schuhe ausziehen und mich in das Riesenrad setzen!

Michael: [Lacht weiter, sie verlassen den Theatersaal in Richtung Ausgang.]

Oprah: Ich werde eine tolle Zeit haben und ein bisschen Popcorn essen, und vielleicht, wenn alles vorbei ist, wirst du mir zeigen, wie der ‘Moonwalk’ geht! Wenn niemand mehr guckt!

Michael: Okay, okay. Das klingt gut.

Oprah: Yeah! Das war lustig!